Der Standard-Rechner anderer Anbieter zeigt nur die Bruttoprovision. Realität ist komplexer: Sie sparen den Verkäuferanteil (3,57 %), tragen aber Eigenkosten und ein Marktpreis-Risiko. Diese Kalkulation berücksichtigt alle drei Faktoren.
Berechnung auf Basis: Berliner Provisionsstandard 7,14 % brutto (geteilt seit Bestellerprinzip 2020), Eigenkosten-Durchschnitt Berliner Privatverkäufe 2024–2025, Marktpreis-Discount-Studien Sprengnetter & Universität Regensburg. Werte sind Annäherungen; jeder Verkauf ist individuell.
Datengrundlage: Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin (Marktbericht 2025), JLL Residential City Profile Berlin Q4/2025, ImmoScout24 Preisatlas, Sprengnetter Marktdaten, eigene Erhebung bei Berliner Privatverkäufen 2024–2025.
Die meisten Ratgeber zum Privatverkauf vergessen den wichtigsten Satz: Es funktioniert nicht in jedem Fall. Als Makler werde ich Ihnen nicht erzählen, dass Sie meine Dienstleistung immer brauchen — das stimmt schlicht nicht. Drei Konstellationen gibt es in Berlin, in denen der Privatverkauf realistisch klappt:
Ein gepflegtes Reihenhaus in Pankow, ein freistehendes Einfamilienhaus in Köpenick mittlerer Größe, eine Doppelhaushälfte in Hellersdorf: Wenn Ihre Immobilie einem klaren Vergleichstyp entspricht und der Bezirk genügend tatsächlich abgeschlossene Kaufpreise liefert, lässt sich der Marktpreis selbst recherchieren. Der Gutachterausschuss Berlin veröffentlicht echte Verkaufspreise — nicht Angebotspreise.
Der Nachbar will erweitern, die erwachsenen Kinder übernehmen, der Geschäftspartner kauft. In diesen Fällen brauchen Sie keinen Vermittler, sondern nur eine saubere Vertragsabwicklung und einen Notar. Die Maklerprovision wäre hier reine Geldverschwendung.
Privatverkauf bedeutet: 80 bis 120 Stunden Arbeit über drei bis sechs Monate. Sie führen alle Besichtigungen, prüfen Bonitäten, verhandeln, organisieren Notar und Übergabe. Wer hauptberuflich ausgelastet oder emotional zu sehr mit dem Objekt verbunden ist, wird hier ineffizient — und das kostet am Ende mehr als die Provision.
Entscheidungsregel: Trifft mindestens einer der drei Punkte zu? Dann lohnt sich der ernsthafte Blick auf den Privatverkauf. Trifft keiner zu, lesen Sie direkt Sektion 8 — wann der Makler wirklich Sinn ergibt.
Berlin hat seit dem Provisionsteilungsgesetz vom 23. Dezember 2020 eine geteilte Provision: Käufer und Verkäufer zahlen je 3,57 % inkl. Mehrwertsteuer (zusammen 7,14 %). Heißt: Beim Privatverkauf sparen Sie als Verkäufer Ihren Anteil von 3,57 %. Der Käufer-Anteil hätten Sie ohnehin nie bezahlt.
Die populäre Angabe „bis zu 7,14 % gespart" ist falsch. Diese Summe sparen beide Parteien zusammen. Ihre persönliche Ersparnis als Verkäufer beträgt 3,57 % des Verkaufspreises — und davon gehen die Eigenkosten ab.
| Posten | Kosten in Berlin | Pflicht? |
|---|---|---|
| Energieausweis (Bedarfsausweis) | 250–500 € | Ja |
| Grundbuchauszug (Amtsgericht) | 20 € | Ja |
| Inserate (ImmoScout24, 3 Monate) | 400–750 € | Empfohlen |
| Professionelle Fotos | 300–600 € | Empfohlen |
| Grundriss neu zeichnen lassen | 80–150 € | Empfohlen |
| Anwaltliche Vertragsprüfung | 300–800 € | Dringend empfohlen |
| Wertgutachten (optional) | 500–2.000 € | Optional |
| Summe realistisch | 1.700–4.800 € | — |
Mehrere Studien — unter anderem von der Universität Regensburg und Sprengnetter — zeigen einen unbequemen Befund: Privatverkäufer erzielen im Schnitt 5 % bis 10 % unter dem realistisch erzielbaren Marktpreis. Bei einem 600.000-Euro-Haus sind das 30.000 bis 60.000 Euro entgangener Erlös. Die häufigsten Ursachen: zu früh nachgegeben in Verhandlungen, zu emotional bei Besichtigungen, falsche Preisstrategie (siehe Berliner Marktanalyse 2026 →).
Das heißt nicht, dass Sie zwangsläufig Verluste machen — es heißt, dass Sie diesen Faktor in Ihre Entscheidung einrechnen sollten. Der Rechner oben tut genau das.
Die Reihenfolge ist entscheidend. Wer mit Schritt 7 (Inserat schalten) beginnt, bevor Schritt 1 bis 6 sauber gelaufen sind, riskiert teure Korrekturen während der Vermarktung. Halten Sie sich an diese Sequenz:
Nicht der Wunschpreis, nicht der Nachbarwert. Recherchieren Sie tatsächlich gezahlte Verkaufspreise beim Gutachterausschuss Berlin, prüfen Sie ImmoScout24-Preisatlas und Sprengnetter. Für komplexere Objekte: Verkehrswertgutachten beauftragen.
Ohne gültigen Energieausweis dürfen Sie nicht einmal Besichtigungen durchführen. Bußgeld bis 15.000 €. Berliner Energieberater bieten Bedarfsausweise ab 250 €, Lieferzeit 1–3 Wochen.
Grundbuchauszug, Flurkarte, Baupläne, Wohnflächenberechnung, Sanierungsnachweise, bei WEG: Teilungserklärung, letzte 3 Protokolle, Wirtschaftsplan. Bauakte beim Bezirksamt anfordern (4–8 Wochen Vorlauf).
Smartphone-Fotos reichen nicht — sie kosten Anfragen und Preisspielraum. Berliner Immobilienfotografen ab 350 €. Grundriss in Schwarz/Weiß oder farbig vom Profi (ab 80 €) signalisiert Seriosität.
Lage-Beschreibung mit Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Schulen. Nicht nur Quadratmeter aufzählen — Storytelling, das zur Zielgruppe passt. Im Premium-Segment matt 16-Seiten-PDF, im Standard 6–8 Seiten reichen.
Faustregel Berlin: 3–5 % über Zielpreis ansetzen, nicht 15 %. Zu hohe Preise verbrennen Aufmerksamkeit in den ersten 14 Tagen — danach wirkt jede Preissenkung wie eine Schwäche-Geste.
ImmoScout24 ist Pflicht (über 70 % der Berliner Käufer-Reichweite), Immowelt ergänzend, Kleinanzeigen.de für günstigere Preissegmente. Vorsicht: Verbund-Anbieter mit „15+ Portalen" liefern zwar Quantität, aber wenig echte Käufer-Qualität.
Erwarten Sie 80–250 Anfragen in den ersten zwei Wochen. Nicht jede ist seriös. Standardmäßig vor Besichtigung anfordern: Finanzierungsbestätigung der Bank oder Eigenkapitalnachweis. Wer das verweigert, ist kein Käufer.
Idealerweise gebündelt an einem Samstag (Sammelbesichtigung) — erzeugt natürliche Konkurrenz unter Interessenten. Pro Termin 30 Minuten reservieren, max. 4 Termine pro Tag. Notizen führen.
Notar wählt traditionell der Käufer (zahlt auch). Vertragsentwurf 14 Tage vor Termin prüfen — am besten anwaltlich. Übergabeprotokoll mit Zählerständen, Schlüsselübergabe, Mängelliste. Eigentumsübergang erst nach Kaufpreiszahlung.
Die meisten Privatverkäufer in Berlin scheitern nicht an der Vermarktung, sondern am Käuferfilter. Eine durchschnittliche Inseratschaltung erzeugt 80 bis 250 Anfragen in den ersten zwei Wochen — davon entpuppen sich realistisch nur 5 bis 10 als wirklich kaufbereit und finanziert. Wer das nicht weiß, verbrennt Wochen mit Besichtigungen, die ins Leere laufen.
Aus der Auswertung von über 200 Berliner Privatverkäufen 2024–2025 ergibt sich ein klares Muster der Anfragen-Zusammensetzung:
| Anfragen-Typ | Anteil | Erkennungsmerkmal |
|---|---|---|
| Wohnungstourist | ~30 % | „Wollte mir nur einen Eindruck verschaffen", keine konkreten Fragen |
| Unfinanzierter Träumer | ~25 % | Keine Finanzierungsbestätigung, ausweichend bei Eigenkapital-Frage |
| Lowballer-Investor | ~20 % | Bietet ungesehen 20–30 % unter Angebot |
| Spekulant / Flipper | ~10 % | Drängt auf schnellen Abschluss zu deutlichem Discount |
| Schwarzgeld-Anfrage | ~5 % | Schlägt Barzahlung „am Notar vorbei" vor |
| Ernsthafter, finanzierter Käufer | ~10 % | Bringt Finanzierungsbestätigung, konkrete Substanzfragen, professionelle Kommunikation |
Bei 120 Anfragen heißt das: ungefähr 12 ernsthafte Käufer — alle anderen 108 kosten Sie Zeit. Bei durchschnittlich 25 Minuten pro Erst-Kommunikation und 60 Minuten pro Besichtigung sind das schnell 80–100 Stunden verschenkter Lebenszeit über drei Monate.
Hier liegt der häufigste Selbstbetrug: Privatverkäufer akzeptieren als „Bestätigung", was eigentlich keine ist. Es gibt drei Stufen — und nur eine zählt rechtlich:
| Dokument | Aussagekraft | Zählt? |
|---|---|---|
| Selbstauskunft des Käufers | Keine. Reine Behauptung. | Nein |
| SCHUFA-Auskunft | Sagt nur, dass keine Negativeinträge bestehen. | Nein |
| Kontoauszug Eigenkapital | Belegt Eigenkapital, nicht aber den Rest. | Teilweise |
| Finanzierungsbestätigung der Bank | Bank bestätigt konkrete Summe für konkrete Immobilie, gültig 2–3 Monate. | Ja |
Eine echte Finanzierungsbestätigung nennt drei Dinge: den finanzierten Betrag, die Adresse der Zielimmobilie und ein Gültigkeitsdatum. Alles andere — auch das berühmte „mein Berater hat schon zugesagt" — ist nichts wert.
Was passiert, wenn die Finanzierung nach Notartermin platzt: Sie haben einen wirksamen Vertrag und können Schadensersatz fordern — in der Praxis selten eintreibbar, weil der unfinanzierte Käufer auch sonst kein Vermögen hat. Praktische Folge: Sie sitzen 3 bis 6 Monate mit einer „verbrannten" Immobilie da, die Portale haben sie als „längere Zeit am Markt" eingestuft, neue Interessenten gehen davon aus, dass etwas mit dem Objekt nicht stimmt. Marktpreisabschlag bei Neustart: 5 bis 8 %.
Profimakler nutzen Käuferprüfungs-Prozesse, die deutlich über das hinausgehen, was Privatverkäufer leisten können oder wollen:
Realistisch betrachtet: Wer privat verkauft, muss sich darauf einstellen, 80 bis 100 Stunden in unqualifizierte Anfragen zu investieren — oder findet einen Weg, dieses Filter-Problem strukturell zu lösen. Wenn Sie weder Zeit noch Erfahrung für diese Filterarbeit haben, ist die Maklerprovision unterm Strich oft die günstigere Lösung als drei verlorene Monate mit dem falschen Käufer.
Aus meiner Beratungspraxis: Diese sieben Fehler sehe ich bei fast jedem Privatverkauf, der nachträglich Korrektur braucht — manchmal zu Korrekturkosten, die jede Provision überschreiten würden.
Fehler 1: Bauchgefühl statt Marktdaten beim Angebotspreis. Der häufigste und teuerste Fehler. Berliner Eigentümer überschätzen ihren Hauswert systematisch um 12–18 %. Folge: 6 Monate erfolglose Vermarktung, dann panische Preissenkungen — wirkt am Markt wie eine „faule" Immobilie.
Fehler 2: Fehlender oder ungültiger Energieausweis. Pflicht seit 2014. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 15.000 €. Käufer können den Vertrag rückabwickeln, wenn der Ausweis nachträglich falsch ausgestellt wird. Immer den Bedarfsausweis nehmen, nicht den günstigeren Verbrauchsausweis — er ist rechtssicherer.
Fehler 3: Keine Bonitätsprüfung des Käufers. Klassisches Berliner Szenario: Mündliche Zusage, dann Finanzierung platzt vier Wochen vor Notartermin. Zwei Monate verschenkt, Immobilie ist „verbrannt" auf den Portalen. Lösung: vor jeder zweiten Besichtigung Finanzierungsbestätigung anfordern.
Fehler 4: Schwarzgeld-Anfragen ernsthaft erwägen. Vor allem in Berlin häufig: Käufer schlägt vor, einen Teil des Kaufpreises „bar am Notar vorbei" zu zahlen. Das ist Steuerhinterziehung, der Notar wird das melden müssen. Sie haften strafrechtlich mit. Immer ablehnen.
Fehler 5: Unklare Beschreibung bei vermieteten Objekten. Eigenbedarfskündigung in Berlin ist nach der Mietrechtsreform 2026 deutlich schwerer. Wer eine vermietete Immobilie als „nach Auszug bezugsfrei" anbietet, ohne dass Käufer kündigen kann, wird wegen arglistiger Täuschung verklagt. Details: Mietrechtsreform 2026 →
Fehler 6: Übergabeprotokoll vergessen. Ohne Protokoll mit Zählerständen, Schlüsselzahl und Mängelaufnahme stehen Sie bei späteren Beanstandungen schlechter da. Ein 1-seitiges PDF rettet Sie vor monatelangen Streitigkeiten über vergessene Strommengen oder behauptete „neue" Mängel.
Fehler 7: Spekulationssteuer übersehen. Wenn Sie das Haus weniger als 10 Jahre besitzen und nicht selbst bewohnt haben, fällt Spekulationssteuer auf den Gewinn an — bei 150.000 € Gewinn schnell 60.000 €. Vor jedem Verkauf mit Steuerberater rechnen. Bei Eigennutzung der letzten 3 Jahre: in der Regel steuerfrei.
Diese Liste vor der ersten Besichtigung komplett haben — Käufer fragen alles davon. Wer erst während der Verkaufsphase Unterlagen besorgt, verliert Verhandlungsposition und Zeit.
| Unterlage | Wo in Berlin beschaffen | Bearbeitungszeit |
|---|---|---|
| Grundbuchauszug | Amtsgericht des Bezirks (z.B. Charlottenburg, Mitte, Schöneberg) | 1–5 Tage |
| Energieausweis | Zertifizierter Energieberater (dena-Liste) | 1–3 Wochen |
| Flurkarte / Liegenschaftskarte | Geoportal Berlin (FIS-Broker) oder Vermessungsamt | Online sofort |
| Baupläne / Genehmigungen | Bauaktenarchiv des Bezirksamts | 4–8 Wochen |
| Wohnflächenberechnung | Architekt / Vermessungsbüro | 1–2 Wochen |
| Teilungserklärung (bei WEG) | Verwalter oder Grundbuchamt | 1–2 Wochen |
| Protokolle Eigentümerversammlung | WEG-Verwalter | Wenige Tage |
| Versicherungsunterlagen Gebäude | Aktueller Versicherer | Wenige Tage |
| Nebenkostenabrechnung 3 Jahre | Versorger / Verwalter | Wenige Tage |
| Sanierungsnachweise | Eigene Belege / Handwerker | Eigenrecherche |
Die Bauakte ist der häufigste Engpass — manche Bezirksämter haben bis zu 8 Wochen Bearbeitungszeit. Antrag direkt nach der Verkaufsentscheidung stellen, nicht erst wenn der Käufer fragt.
Andere Ratgeber empfehlen entweder alle Plattformen gleichermaßen (nutzt niemandem) oder bewerben ihre eigene Lösung (ehrlich? nein). Hier ein nüchterner Vergleich der vier Hauptkanäle für Berliner Verkäufer:
| Plattform | Kosten (3 Mon.) | Berliner Reichweite | Käufer-Qualität |
|---|---|---|---|
| ImmoScout24 | 400–750 € | Sehr hoch (~70 %) | Hoch — viele finanzierte Käufer |
| Immowelt | 180–360 € | Mittel (~25 %) | Mittel |
| Kleinanzeigen.de | 0–90 € | Hoch in unteren Preissegmenten | Variabel — viele unseriöse Anfragen |
| Verbund-Anbieter (z.B. immo-provisionsfrei.de) | 177–447 € | Theoretisch hoch, real begrenzt | Niedriger — viele Doppelinserate |
Klare Empfehlung: ImmoScout24 als Hauptkanal, Immowelt als zweite Schiene, Kleinanzeigen für Filter-Test. Verbund-Anbieter sind clever beworben, liefern aber selten echte Mehrwerte gegenüber direkten Buchungen — viele der „15 Portale" sind Whitelabel-Klone derselben Datenbank.
Jeder Hausverkauf in Deutschland erfordert nach § 311b BGB notarielle Beurkundung. Das gilt auch beim Privatverkauf — der Notar lässt sich nicht durch eine Plattform oder DIY-Vorlage ersetzen.
In Berlin sind über 400 Notare zugelassen (Notarkammer Berlin). Die Auswahl trifft traditionell der Käufer, da er auch die Notarkosten trägt. Diese liegen bei ungefähr 1,5–2 % des Kaufpreises (inkl. Grundbuchkosten). Bei einem 600.000-Euro-Verkauf also etwa 9.000–12.000 €.
Der Notar erstellt den Entwurf, gesetzliche Wartefrist ist 14 Tage zwischen Zugang und Beurkundung. In dieser Zeit unbedingt anwaltlich prüfen lassen, mindestens bei:
Standardverträge sind selten standardmäßig gut. Jeder Berliner Hausverkauf hat Eigenheiten (Altbau-Themen, Erbpacht-Restanten, Mietverhältnisse). 500 € für eine anwaltliche Prüfung sind eine der besten Investitionen im gesamten Verkaufsprozess.
Wichtig: Eigentumsübergang (Grundbucheintrag) und Besitzübergang (Schlüsselübergabe) sind zwei verschiedene Akte. Üblich ist: Besitzübergabe nach vollständiger Kaufpreiszahlung, Eigentumsumschreibung wenige Wochen später durch das Grundbuchamt. Übergabeprotokoll am Tag der Schlüsselübergabe schriftlich aufnehmen — mit allen Zählerständen, Mängelliste und Bestätigung der Schlüsselanzahl.
Es gibt fünf Berliner Konstellationen, in denen der Privatverkauf statistisch fast immer teurer wird als die Maklerprovision. Wenn Sie sich in einer wiedererkennen, sparen Sie mit professioneller Vermarktung Geld — nicht ohne.
Sobald mehrere Erben beteiligt sind, geht es nicht mehr nur um den Marktpreis, sondern um Konsensbildung. Jeder Erbe will Maximum, jeder hat eigene Vorstellungen. Ein neutraler Makler entkoppelt die Vermarktung von familiären Dynamiken und beschleunigt die Einigung — bei Erbverkäufen ist die Vermarktungsdauer mit Makler im Schnitt 60 % kürzer.
Die neuen Eigenbedarfsregelungen haben den Markt für vermietete Häuser fundamental verändert. Käuferpool schrumpft auf Kapitalanleger, Bewertung wird komplexer (Rendite statt Vergleichswert), Vertragsgestaltung braucht Erfahrung mit Mietrecht. Mehr zu vermieteten Immobilien →
Berlin hat rund 4.300 Einzeldenkmale und über 200 Denkmalbereiche. Käufer brauchen Verständnis für Auflagen, Förderungen (KfW, AfA) und Sanierungspflichten. Der Käuferkreis ist klein und spezialisiert — Privatverkauf erreicht ihn meist nicht.
Wenn beide Ex-Partner zustimmen müssen, jeder Termin Konflikt bedeutet und Käufer das spüren, sinkt der erzielbare Preis. Ein Makler kanalisiert die Kommunikation und schützt beide Seiten vor Eskalationen. Details zum Scheidungsverkauf →
Berlin zieht viele Käufer aus dem Ausland, vor allem in Top-Lagen. Sprachbarrieren, andere Vertragskulturen, deutsche Bankfinanzierung für Nicht-Residenten — das geht selten ohne professionelle Vermittlung. Bei komplexen Eigenkapital-Konstrukten kommt mein zweites Standbein als Baufinanzierungsberater zum Tragen.
Die ehrliche Wahrheit: Bei einer Standardimmobilie in einer Standardlage mit motiviertem Standardkäufer brauchen Sie keinen Makler. Bei allem anderen rechnet sich die Provision in der Regel mehrfach.
— David Gramzow, Immobilienmakler & Baufinanzierungsberater Berlin
Realistisch zwischen 1.700 € und 4.800 € an Eigenkosten — abhängig davon, ob Sie Energieausweis, Fotograf, Anwaltsprüfung und Wertgutachten beauftragen. Pflichtkosten sind nur Energieausweis (250–500 €) und Grundbuchauszug (20 €). Den vollen Vergleich liefert der Rechner oben.
Seit dem Provisionsteilungsgesetz vom 23. Dezember 2020 tragen Käufer und Verkäufer in Berlin je 3,57 % inkl. Mehrwertsteuer — zusammen 7,14 %. Beim Privatverkauf entfällt nur Ihr Anteil als Verkäufer (3,57 %).
Ja, immer. § 311b BGB schreibt notarielle Beurkundung für jeden Immobilienkaufvertrag in Deutschland vor — ohne Ausnahme. Den Notar wählt traditionell der Käufer, da er auch die Notarkosten von etwa 1,5–2 % des Kaufpreises trägt.
Im Durchschnitt 4,2 Monate von Inserat bis Notartermin — etwa doppelt so lange wie mit professioneller Vermarktung (Ø 2,1 Monate). Hauptgründe: längere Käuferqualifizierung, mehr Leerlauf bei Verhandlungen, langsamere Vertragsabwicklung.
Der Verkaufsweg (privat oder mit Makler) ändert nichts an der Steuerpflicht. Entscheidend sind: Besitzdauer (10-Jahres-Frist) und Eigennutzung (mindestens im Verkaufsjahr und den beiden Vorjahren). Bei Eigennutzung in der Regel steuerfrei, bei Kapitalanlage-Objekten innerhalb 10 Jahren voll steuerpflichtig.
Selten. Die beworbenen „15+ Portale" sind häufig Whitelabel-Klone derselben Käuferdatenbank, nicht 15 separate Reichweiten. Eine direkte ImmoScout24-Buchung (400–750 € für 3 Monate) liefert in Berlin meist mehr qualifizierte Anfragen als ein 99-€-Bundle, das auf Nischen-Portalen ausgespielt wird.
Drei Filter: (1) Finanzierungsbestätigung der Bank oder Eigenkapitalnachweis vor zweiter Besichtigung. (2) Konkrete Fragen zur Substanz statt nur zur Lage. (3) Bereitschaft, schriftlich zu kommunizieren. Wer ausweicht, ist meist kein ernsthafter Käufer.
Sie haben einen wirksamen Vertrag und können Schadensersatz fordern — in der Praxis schwer durchsetzbar. Bessere Lösung: Im Vertrag eine Anzahlung vereinbaren oder Notaranderkonto nutzen. Bei vorab geprüfter Finanzierung sinkt das Risiko erheblich.
Der Privatverkauf eines Hauses in Berlin ist 2026 weder pauschal sinnvoll noch pauschal abzulehnen. Bei Standardimmobilien in nachfragestarken Lagen mit motivierten Käufern können Sie 15.000–20.000 € netto sparen — wenn Sie die zehn Schritte sauber durchziehen, die sieben häufigsten Fehler vermeiden und das Marktpreis-Risiko einkalkulieren. Bei Sonderfällen (Erbengemeinschaften, vermietete Objekte, Scheidungen, Denkmalimmobilien, internationale Käufer) ist die Maklerprovision dagegen fast immer die günstigere Lösung — weil Sie sonst Preis-Verluste tragen, die jede Provision überschreiten. Die ehrliche Antwort auf „mit oder ohne Makler" hängt nicht vom Marketing-Versprechen ab, sondern von Ihrer konkreten Situation.
Lassen Sie kostenlos und unverbindlich prüfen, welcher Weg sich für Ihre konkrete Immobilie rechnet — Privatverkauf oder professionelle Vermarktung. Datenbasierte Bewertung mit Sprengnetter und vdp-Verfahren, keine Verkaufsdruck-Termine.
ImmoScout24 Gold Partner 2026, 5,0 Google-Bewertung. Spezialisiert auf Berliner Haus- und Wohnungsverkäufe mit finanzierungsgeprüften Käufern. Zitiert u.a. in Berliner Morgenpost, Immobilien Zeitung, Handelsblatt und F.A.S.